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Wohnprojekt für Jungsenior/innen

Die zeitgerechte Wahl des Wohnumfeldes erleichtert die Lebensplanung für SeniorInnen. Die Volkshilfe Wien bietet in der Donaustadt deshalb ein ganz besonderes Wohnprojekt an.

Wir werden immer älter und bleiben auch immer länger aktiv. Möglichst lange eigenständig zu leben, ist den meisten ÖsterreicherInnen besonders wichtig – auch dann, wenn es im Alltag Unterstützung bedarf.

„Die zeitgerechte Entscheidung für ein geeignetes Wohnumfeld ist der Schlüssel zur selbstständigen Lebensführung bis ins hohe Alter“, weiß Projektleiterin Mischa Bahringer von der Volkshilfe Wien. Es sei noch wenigen Menschen bewusst, dass sie selbst die Weichen für ihre eigene Gesundheit und Lebensfreude stellen können.

Auf Augenhöhe

Im Rahmen eines integrierten Wohnprojektes vermietet die Volkshilfe Wien ab Herbst 2018 in der Bonsaigasse im 22. Bezirk acht barrierefreie Wohnungen für JungseniorInnen. Das Besondere: Die BewohnerInnen entscheiden sich zeitgerecht und bewusst dafür, in die betreute Wohnanlage einzuziehen. Sie leben in eigenen, abgeschlossenen Wohneinheiten, sind aber nur alleine, wenn sie das auch wünschen. Gemeinschaft wird im Wohnprojekt GartenLounge großgeschrieben, auch Haustiere sind willkommen. „Wir bieten klassische Mietwohnungen zwischen 36 und 62m² Größe mit speziellen Serviceleistungen an. Zusätzlich gibt es einen Mehrzweckraum, der als Begegnungszone genutzt wird“, erklärt Bahringer.

Hilfe, wenn man sie braucht

Zu den Serviceleistungen des Wohnprojekts gehören eine eigene Animatorin, Hilfestellungen bei sämtlichen sozialen Anliegen, WLAN sowie ein Reinigungsdienst, der einmal pro Woche die Wohnungen putzt. Bahringer: „Die Animatorin geht auf die Ideen der BewohnerInnen ein, unterstützt bei der Organisation von Festen oder Ausflügen. Wir hören zu und finden gemeinsam Aktivitäten, die Freude machen und gesund halten. Ein derart individuelles Eingehen auf die BewohnerInnen ist nur in kleinen Wohnformen möglich. Darin liegt der Unterschied zu klassischen SeniorInnenheimen.“

Aktiv bleiben

Die GartenLounge ist vor allem für jene Menschen eine ideale Wohnalternative, die keine Angehörigen mehr haben oder deren Verwandte weit entfernt leben. Die BewohnerInnen können sich rechtzeitig selbst für eine Wohnung entscheiden, in der sie künftige Lebensjahre verbringen möchten und finden ein richtiges Zuhause in ihrer neuen Umgebung. „Im Alter brauchen Menschen jemanden, der sich um sie kümmert, der etwa bei einem Krankenhausaufenthalt nach ihnen schaut oder einfach nur zum Reden da ist“, sagt Bahringer. „In den Wohnungen kann aber auch jeder die Türe schließen und genießt Privatsphäre, die selbstverständlich respektiert wird. Uns ist es ganz wichtig, dass wir Menschen als diejenigen Personen wahrnehmen, die sie sind.“
Die gute infrastrukturelle Lage der Wohnungen – die U-Bahn und das Donauzentrum sind in der Nähe – ist ein weiterer positiver Faktor. Denn: Wer selbst mobil ist und/oder schnell besucht werden kann, hat beste Voraussetzungen für eine aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

“Im Ernstfall ist jemand für mich da!”

Die ehemalige Volksschullehrerin Hermine Petz, 66, hat sich für eine SeniorInnenwohnung der Volkshilfe Wien angemeldet. Hier spricht sie über ihre Motive.

Warum haben Sie sich entschieden, in diese begleitete Wohneinrichtung in der Donaustadt zu ziehen?

Petz: Ich habe seit 17 Jahren Parkinson. Die Krankheit schreitet fort und mir ist bewusst, dass ich irgendwann auf Unterstützung angewiesen sein werde. Als lebensfrohe und aktive Person ist es mir sehr wichtig, dass ich so lange wie möglich in meinem eigenen Zuhause bleiben kann, in dem ich mich geborgen fühle. Die SeniorInnenwohnung der Volkshilfe Wien bietet mir diese Möglichkeit und ich weiß, dass man mich und meine Wünsche dort ernst nimmt.

Wie lange haben Sie nach einer derartigen Alternative zu einem Pflegeheim gesucht?

Ich suche schon seit mehr als zwei Jahren. Ich war sogar in einer anderen Einrichtung zum Probewohnen, aber dort hat es mir nicht gefallen. Es hat mich zu sehr eingeschränkt. Das Angebot der Volkshilfe Wien ist für mich ideal. Die Wohnung hat die richtige Größe, ist barrierefrei und es gibt einen kleinen Garten. Außerdem kann ich sämtliche Einkäufe zu Fuß erledigen.

Haben Sie die Wohnungen in der Bonsaigasse schon gesehen?

Ja, ich habe auch schon einige BewohnerInnen der Anlage kennen gelernt, das war sehr nett. Das Haus ist ideal für eine gute Nachbarschaft ausgerichtet, es gibt großzügige helle Gemeinschaftsflächen und sogar Hochbeete, die gemeinsam bepflanzt werden können.

Was erwarten Sie sich von Ihrer Zukunft?

Ich sehe meiner Zukunft sehr positiv entgegen. Ich habe mein ganzes Leben selbstbestimmt gelebt. Durch meine Krankheit ist es absehbar, dass ich irgendwann viele Dinge alleine nicht mehr bewältigen kann. Das beginnt beim Wäsche Waschen und wird irgendwann auch die Körperpflege betreffen. Dann werde ich aber die persönliche Betreuung erhalten, die ich mir wünsche. Im Ernstfall ist jemand für mich da: Heimhilfe, Hauskrankenpflege, gute FreundInnen und NachbarInnen. Das beruhigt mich sehr. Im November werde ich in meine neue Wohnung übersiedeln und plane schon die neue Einrichtung. Schließlich soll ja auch das wieder mein Schmuckkästchen werden!

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