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Arbeit & Integration greifen ineinander

Die Beratungsstelle FAIR der Volkshilfe Wien hilft Asylberechtigten bei der Jobsuche und der Integration in die Gesellschaft. Eine fordernde, aber wichtige Aufgabe.

Der von vielen Verantwortlichen höchst einseitig geführte Diskurs über Flüchtlinge in Österreich macht den Job für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Beratungsstelle FAIR der Volkshilfe Wien in St. Pölten nicht einfacher. „Die Integration von Flüchtlingen wird von der derzeitigen Regierung als einziges Problemfeld dargestellt, dessen Rahmenbedingungen laufend verschärft werden, um zu beweisen, dass das Unterfangen zum Scheitern verurteilt ist“, sagt Johanna Reithner, Leiterin der Beratungsstelle FAIR.
Dabei ist Integration möglich und höchst sinnvoll, wie die vielen positiven Beispiele zeigen. Die 13 Beraterinnen und Berater von FAIR haben alleine heuer in den ersten neun Monaten 933 KlientInnen aus 49 unterschiedlichen Herkunftsländern, die vom AMS vermittelt werden, bei der Jobsuche unterstützt. „Es gibt unfassbar viele Hürden, etwa die sich ständig ändernden Gesetze, die Kürzung der für die erfolgreiche Integration so notwendigen Deutschkurse und viele andere Problemfelder, die unsere Klientinnen und Klienten überwinden müssen. Das gelingt vielen nur mit unserer Unterstützung.“ Diese geben die Beraterinnen und Berater von FAIR in 18 unterschiedlichen Sprachen – das gibt den Klientinnen und Klienten zusätzliche Sicherheit.

Fit für den Job

Bei FAIR erhalten MigrantInnen eine Berufsorientierung, lernen das Schreiben von Bewerbungen, das Zusammenstellen der Bewerbungsunterlagen und erhalten Tipps für das Bewerbungsgespräch. Reithner: „Viele Asylberechtigte haben ja bereits in ihrem Herkunftsland einen Beruf ausgeübt, es fehlt ihnen nur der in Österreich gültige Befähigungsnachweis, etwa ein Lehr- oder ein in Österreich gültiger Schul- oder Universitätsabschluss. Wir berücksichtigen diese Qualifikationen und unterstützen diese Personen beim Erwerb eines auch bei uns gültigen Befähigungsnachweises.“ Hier kann FAIR einige Erfolge nachweisen, so betreut man drei Apotheker aus Syrien, von denen einer bereits die Nostrifikation in Österreich erhalten hat.
Beraten werden die KlientInnen nicht nur in der Beratungseinrichtung in der St. Pöltner Fußgängerzone, die FAIR-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter stehen regelmäßig auch in den AMS-Stellen in Tulln, Amstetten, Gmünd und Lilienfeld für Beratungsgespräche zur Verfügung. Auch in St. Pölten ist FAIR zweimal pro Woche direkt im AMS erreichbar. „Gemeinsam mit dem AMS führen wir mit den KlientInnen eine Zukunftsplanung durch. FAIR ist dabei eine wichtige Brücke zwischen AMS und KlientIn“, so Reithner. Neben der Jobberatung bietet FAIR die Möglichkeit, Deutsch zu üben und unterhält eine eigene Frauengruppe, die einmal pro Woche zusammentrifft.

Arbeitswillig

Einer der knapp 1.000 heuer bereits betreuten Klienten ist Elias K. aus Eritrea. Er gehört dort einer christlichen Minderheit an und hat eine mehrjährige Flucht aus seiner vom Krieg zerrütteten Heimat hinter sich. Wegen seines Glaubens wird er in Eritrea verfolgt. Über den Sudan ist er im August 2017 nach Österreich gekommen, wo er heute mit einem Konventionspass lebt. Nach einem ersten Deutschkurs konnte ihm FAIR bereits eine erste, allerdings befristete Arbeitsstelle vermitteln. „Ich will so rasch wie möglich einen Vollzeitjob. Dafür verbessere ich derzeit meine Deutschkenntnisse“, erzählt Elias K.

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