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Keine Fake News: Armut existiert

Armut ist auch in einem reichen Land wie Österreich ein wichtiges Thema. 285.000 Menschen sind derzeit auf die Mindestsicherung zum Überleben angewiesen.

Es ist kein Vergnügen, wenn man mit nur 837,76 Euro pro Monat sein Leben finanzieren muss. So hoch ist derzeit die Mindestsicherung für Alleinstehende in Österreich. 285.000 Menschen sind derzeit in Österreich auf die Mindestsicherung angewiesen, um ihr Leben finanzieren zu können, darunter auch 77.000 Kinder. Laut Österreichischer Armutskonferenz sind 18,3 Prozent der Bevölkerung armuts- oder ausgrenzungsgefährdet, 3,6 Prozent sind finanziell so schlecht gestellt, dass sie etwa ihre Wohnung nicht angemessen beheizen können.

„Drei Viertel der Mindestsicherungsbezieher bekommen aber nicht die volle Summe der Mindestsicherung ausbezahlt“, weiß Klaus Kroboth, Sozialberater und Armuts-Experte der Volkshilfe Wien. „Wer auch aus anderen Quellen, etwa vom AMS, Geld erhält, bekommt entsprechend weniger.“ Überhaupt räumt er gleich mit einer Reihe von Falschmeldungen betreffend der Mindestsicherung auf: „Mindestsicherung ist für die meisten Betroffenen nur eine kurzfristige Überbrückungshilfe. Die durchschnittliche Bezugszeit beträgt zwischen sechs und neun Monaten, bei 20 Prozent der unterstützten Haushalte ist sie kürzer als drei Monate.“ Die Behauptung, dass es sich dank der Mindestsicherung für Familien mit vielen Kindern gar nicht auszahlt arbeiten zu gehen, ist so dumm wie falsch. Kroboth: „Selbst Familien mit vier und mehr Kindern bekommen im Durchschnitt nur 1.106 Euro Mindestsicherung.“ Und: Die Voraussetzungen für den Bezug einer Mindestsicherung ist, dass man jede zumutbare Arbeit annimmt.

Fake News. Auch die in Sozialen Netzen immer wieder verbreitete Mär, dass AsylwerberInnen Mindestsicherung beziehen, ist schlicht falsch. Kroboth: „AsylwerberInnen erhalten während des laufenden Verfahrens keine Mindestsicherung sondern eine Grundversorgung. Wohnen sie in einer organisierten Unterkunft, erhalten sie maximal 40 Euro Taschengeld pro Monat. Müssen sie die Unterkunft selbst bezahlen, gibt es maximal 320 Euro pro Person und Monat.“

Lebensmittelpakete. Die Volkshilfe Wien unterstützt armutsgefährdete Personen inder Bundeshauptstadt mit Lebensmittelpaketen und -gutscheinen. Kroboth: „Wir haben 2016 insgesamt 2.556 Lebensmittelpakete und 23.500 Euro an Lebensmittelgutscheinen ausgegeben.“ Um Missbrauch vorzubeugen schließen die Gutscheine den Bezug von Alkohol explizit aus. Darüber hinaus hilft die Volkshilfe Wien bei der Finanzierung von Mietrückständen oder Schulden bei Energielieferanten. Finanziert wird das vom Margit-Fischer-Armutfonds, den Margint Fischer, Frau von Alt-Bundespräsident Heinz Fischer, ins Leben gerufen hat.

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