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Ein sicherer Hafen

Es gibt Situationen, in denen Kinder und Jugendliche nicht mehr in der Familie bleiben können. Die Kinder- und Jugend-WGs der Volkshilfe Wien bieten hier ein vorübergehendes neues Zuhause.

Sie haben meistens extrem belastende Zeiten hinter sich, kommen aus zerrütteten Familien oder haben eine traumatische Flucht aus einer Krisenregion erlebt. Für manche der acht Kinder und Jugendlichen, die derzeit in der Jugend-WG der Volkshilfe Wien in Atzgersdorf leben, ist es das erste Mal in ihrem Leben, dass sie einen sicheren Hafen vorfinden, der ihnen einen geregelten Tagesablauf und ein Gefühl der Geborgenheit gibt.

Eine große Familie

„Bei uns läuft das Leben ähnlich wie in einer großen Familie ab“, sagt Lisa Preusser, die als Sozialpädagogin in der Kinder- und Jugend-WG in Atzgersdorf arbeitet. Derzeit leben Kinder im Alter von neun bis 17 Jahren in der WG. Von Anfang an wird an der Rückführung in die Familie gearbeitet, auch wenn das nicht immer möglich ist. Preusser: „Die Älteren machen eine Lehre, da ist ein Weg von Atzgersdorf zu den jeweiligen Firmen etwas länger. Die müssen daher früh raus.“ Bis 7.00 Uhr müssen aber alle in der Kinder- und Jugend-WG aus den Federn sein. Preusser: „Die BetreuerInnen kümmern sich um das Frühstück und dass die Kinder gut in den Tag starten.“ Während sich die Älteren alleine auf den Weg zu Schule oder  Ausbildungsplatz machen, werden die Jüngeren von einem Fahrtendienst abgeholt oder von einer Betreuerin oder einem Betreuer zur Schule gebracht.

Gemeinsames Abendessen

Ab 12.00 Uhr kommen die ersten Kinder aus der Schule zurück zum Mittagessen. Dann ist Mittagspause und eine Lernstunde, in der die Betreuerinnen und Betreuer die Kinder bei den Hausaufgaben unterstützen. Preusser: „Den Rest des Nachmittags können sich die Kinder frei  beschäftigen, außer sie haben Therapiestunden oder andere Verpflichtungen.“ Den Kindern steht auch eine begrenzte Medienzeit am Computer oder der Playstation zur Verfügung.

Preusser: „In unmittelbarer Nachbarschaft gibt es eine zweite Kinder- und Jugend-WG. Die Kinder spielen oft gemeinsam im Garten oder im Bewegungsraum.“ Im Sommer geht es oft ins nahegelegene Freibad oder in einen Trampolinpark in der Nachbarschaft. Das gemeinsame Abendessen ist der Höhepunkt des Tages. Preusser: „Hier reden wir mit ihnen über den Ablauf des Tages.“ Abwechselnd kümmern sich die Kinder und Jugendlichen um das Tischdecken und um Mithilfe in der Küche. „Danach gehen die kleineren Kinder auf ihre Zimmer. Ihnen lesen wir noch eine Gute-Nacht-Geschichte vor. Die Älteren ziehen sich um 22.00 Uhr in ihre Zimmer zurück. Fast ein Leben wie in einer „normalen“Familie.

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