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„Das Ziel ist eine Ausbildung“

Die Zahl der Jugendlichen ohne Chancen am Arbeitsmarkt steigt. Die Jobfabrik der Volkshilfe Wien macht diese jungen Menschen fit für den Einstieg in eine Ausbildung.

Sie haben keinen oder einen negativen Pflichtschulabschluss, meist große Defizite beim Schreiben und Lesen und Schwierigkeiten mit den Grundrechnungsarten. Bei vielen der betroffenen Jugendlichen kommen Probleme bei der Bewältigung ganz normaler Alltagsaufgaben hinzu. Charlotte Welzl, Leiterin der Jobfabrik der Volkshilfe Wien: „Viele der Jugendlichen haben aufgrund schwieriger Familienverhältnisse nie gelernt,  einen geregelten Tagesablauf einzuhalten. Das müssen wir ihnen Schritt für Schritt vermitteln.“

Ausbildungsfit machen

Die Jobfabrik bekommt die Jugendlichen über das Schulcoaching zugeteilt. Als Produktionsschule steht die Nachreife der Jugendlichen und das Fitmachen für eine Lehrstelle im Mittelpunkt der Tätigkeit. Welzl: „Die Jobfabrik hat die Hauptaufgabe, die Jugendlichen bereit für ein eigenständiges Leben zu machen. Dazu zählt das Erlernen des richtigen Umgangs mit Geld ebenso wie der Aufbau sozialer Kompetenzen. Wir leisten hier Erziehungsarbeit.“ Im Durchschnitt verbleiben die Jugendlichen rund ein Jahr in der Jobfabrik, bis sie bereit für den Arbeitsmarkt sind, etwa für eine Lehrausbildung. Die meisten der betreuten Jugendlichen sind zwischen 15 und 17 Jahre alt. 60 Prozent sind Burschen, 40 Prozent Mädchen, rund 50  Prozent haben Migrationshintergrund. Welzl: „Wir betreuen Jugendliche und junge Erwachsene bis zum Alter von maximal 24 Jahren. Die meisten kommen aber direkt nach der Schule zu uns.“ 88 Teilnehmerplätze gibt es in der Jobfabrik, betreut werden die Jugendlichen von 28 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Um das Training möglichst praxisnah zu gestalten, wurden verschiedene Trainingseinheiten eingerichtet, die wie kleine Firmen funktionieren und auch Einnahmen erwirtschaften. So betreibt die Jobfabrik ein eigenes Restaurant, in dem nicht nur Kursteilnehmer und Personal sondern auch externe Gäste versorgt werden. Es gibt zwei Gartengruppen, die Gartenarbeiten für die MA 42 sowie für die Pensionistenheime der Stadt Wien erledigen, vom Rasenmähen bis zum Strauchschnitt. Eine eigene Malergruppe ist derzeit mit der Gestaltung der Räumlichkeiten der Jobfabrik beschäftigt. Eine Bürogruppe kümmert sich unter anderem auch um Versandaufträge für Kunden. Dazu gibt es drei Spezialisierungsmodule in Firmen, mit denen die Jobfabrik kooperiert. Welzl: „Bei Mc Donald‘s können unsere Jugendlichen beim McStart-Programm mitmachen, Spar bietet ihnen die Möglichkeit, den Einzelhandel näher kennenzulernen und am Landgut Cobenzl der Stadt Wien erhalten Jugendliche einen Eindruck der Tätigkeit als Tierpfleger.“ Gerade die Mitarbeit in Unternehmen ist für die betroffenen Jugendlichen wichtig. Welzl: „Wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Jugendlichen wachsen da richtig rein. Die Verantwortung, die sie dabei übernehmen müssen, macht was mit ihnen.“ Die Produktionsschule wird vom Sozialministeriumservice mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanziert.

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