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70 Jahre Volkshilfe

Die Not ist groß, als die Volkshilfe  1947 von Luise Renner gegründet wurde. Was mit Lebensmittelausgaben begann, ist heute ein hochprofessionelles Sozialunternehmen.

Eine warme Mahlzeit am Tag ist für die meisten Kinder in Österreich im Jahr 1947 nicht selbstverständlich. Auch zwei Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs ist die Not groß. Zwar helfen Rotes Kreuz, das dänische und das schwedische Hilfswerk und die Schweizer Regierung mit Lebensmittelspenden und Schülerausspeisungen, doch es fehlt an einer schlagkräftigen Organisation. Luise Renner gründet daher am 21. März 1947 in Wien den Verband Volkshilfe und wird auch deren erste Präsidentin.

Bis April 1949 wird sich die Organisation mit der Verteilung der zahlreichen „Schweizerspenden“, bei der die Schweizer Arbeiterbewegung Lebensmittel, Kleidung und Medikamente für die österreichische Bevölkerung sammelt, einen Namen machen.

Hilfe FÜR MENSCHEN IN NOT. Anfang der 50er-Jahre stehen in ganz Österreich 22 Kinderheime der Volkshilfe zur Verfügung.

Die Volkshilfe engagiert sich aber nicht nur in Österreich für die Belange der Schwächsten in der Gesellschaft. Nach dem Ungarnaufstand 1956 fliehen im November 200.000 Menschen  in die junge Republik Österreich.

Die Volkshilfe bringt 64 Tonnen Lebensmittel, Kleidung und Medikamente in das Grenzgebiet und 100 Tonnen Hilfsgüter nach Budapest. Sie versorgt die Flüchtlinge mit dem Nötigsten und errichtet „Eingliederungsbüros“ zur Existenzgründung. Die Volkshilfe baut auch mit Unterstützung der UNO für Flüchtlinge die Ungarnsiedlung in Wien-Floridsdorf.

In Österreich wird schon 1949 die Volkshilfe-Lotterie eingeführt. Mit deren Erlösen werden die Opfer von Naturkatastrophen unterstützt. Ein Hilfsmodell mit Tradition, das sich auch bei der „Jahrtausendflut“ im Jahr 2002 bewährt und zahlreichen Betroffenen in Ostösterreich Hilfsleistungen zukommen lässt.

Auch 1968 bleibt die Volkshilfe während der brutalen Niederschlagung des „Prager Frühlings“ nicht untätig. Schon wenige Stunden nach dem Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes in das Nachbarland werden mit befreundeten Organisationen Spenden für Lebensmittel, Kleidung und Benzingutscheine für die zahlreichen Flüchtlinge gesammelt.

AUSLANDSARBEIT. Mit der Hilfe für die Westsahara beginnt 1976 die Auslandsarbeit der Volkshilfe, mit der vor allem Flüchtlinge und Opfer von Naturkatastrophen unterstützt werden, etwa bei den Erdbeben in Montenegro 1978  und Algerien 1979, oder beim Bürgerkrieg im Libanon 1982.

1980 entwickelte die Volkshilfe das „Österreich-Paket“. Um 100 Schilling konnten Spender ein Paket mit Grundnahrungsmitteln, Schulsachen, Medikamenten oder Pflanzensamen für die Landwirtschaft erwerben, welches die Volkshilfe dann weltweit zu Notleidenden bringt. Besonders während des Krieges in Jugoslawien bewährt sich dieses System. Gleichzeitig finden aber auch Flüchtlinge am Hörndlwald am Rande von Wien in Wohnheimen der Volkshilfe Schutz.

Im Inland starten die Volkshilfe-Landesorganisationen mit der Einführung des Pflegegeldes 1993 zahlreiche Dientleistungen, welche älteren, pflegebedürftigen Menschen das Leben zuhause ermöglichen.

GERECHTIGKEIT. Zu Beginn des neuen Jahrtausends durchlebt die Gesellschaft in Österreich einen Prozess tiefgreifender Veränderungen. Die Volkshilfe stellt sich klar gegen Sozialabbau und die wachsende Ungleichheit in der Bevölkerung und unterstützt Integration und Asyl von Flüchtlingen.  Gleichzeitig wird das Thema Pflege immer wichtiger. Die Volkshilfe verstärkt hier ihre Anstrengungen, Menschen in besonderen Lebenslagen ein Leben in Würde und Selbstbestimmung zu ermöglichen. 2015 engagiert sich die Volkshilfe bei der Flüchtlingshilfe, etwa mit dem Projekt „Buddies for Refugees“, in dem Erwachsene unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen helfen. Als soziale Bewegung wird die Volkshilfe auch weiterhin auf Seiten der Schwachen in der Gesellschaft tätig sein.  Helfen Sie uns dabei mit Ihrer Spende.

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